Eigentümer-Fragen · Hamburg
Wie hoch ist die Grundsteuer in Hamburg?
Stand: 02.09.2026
Die kurze Antwort
Hamburg rechnet wertunabhängig: 0,04 Euro je Quadratmeter Grundstück und 0,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, ergänzt um einen Lagefaktor. Auf den so ermittelten Messbetrag wird der Hebesatz der Grundsteuer B angewandt, seit 2025 sind das 975 Prozent.
Der Bodenrichtwert fließt nicht ein, der Marktwert Ihrer Immobilie also auch nicht.
Warum Hamburg anders rechnet
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur alten Einheitsbewertung durften die Länder eigene Modelle wählen. Hamburg hat sich gegen das wertabhängige Bundesmodell entschieden und rechnet nach Flächen. Zwei gleich große Wohnungen zahlen damit ähnlich viel, unabhängig davon, ob sie an der Alster oder in Billstedt liegen; nur der Lagefaktor differenziert, und zwar moderat.
Der Lagefaktor
Für Wohnflächen in normaler Wohnlage wird der Grundbetrag um einen Abschlag reduziert, in guter Wohnlage bleibt er ungemindert. Grundlage ist dieselbe Einstufung wie beim Mietenspiegel, also das Hamburger Wohnlagenverzeichnis. Die Spreizung ist bewusst gering; wer eine drastische Differenzierung nach Adresse erwartet, findet sie in diesem Modell nicht.
Was das praktisch heißt
Die Jahresbeträge sind planbar und für Eigentümer von Wohnimmobilien im Vergleich zu wertabhängigen Modellen meist moderat. Für Käufer ist die Grundsteuer damit eine kalkulierbare Größe, die den Kaufpreis kaum beeinflusst. Bei vermieteten Objekten gehört sie zu den umlagefähigen Betriebskosten und landet in der Nebenkostenabrechnung.
Was zu tun ist
Prüfen Sie Ihren Bescheid auf die Flächenangaben, denn sie sind der einzige Hebel: Falsche Wohnflächen oder eine falsche Wohnlage sind die häufigsten Fehlerquellen. Legen Sie den aktuellen Bescheid außerdem zu den Verkaufsunterlagen, er beantwortet die Kostenfrage jedes Interessenten sofort.
Quellen: Hamburgisches Grundsteuergesetz (Wohnlagemodell, Grundbeträge 0,04 Euro je m² Grundstück und 0,50 Euro je m² Wohnfläche, Lagefaktor); Hebesatz Grundsteuer B seit 01.01.2025: 975 Prozent; BVerfG-Urteil vom 10.04.2018 zur Einheitsbewertung. Diese Seite erklärt die Systematik; Rechts- und Steuerfragen im Einzelfall gehören zu Notar, Fachanwalt und Steuerberater.
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Matthias Schwier, selbstständiger Immobilienberater der Deutsche Bank Immobilien GmbH.

Matthias Schwier
Selbstständiger Immobilienberater · Deutsche Bank Immobilien GmbH
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