Eigentümer-Fragen · Hamburg

Wer trägt die Grundsteuer beim Verkauf im laufenden Jahr?

Stand: 02.09.2026

Die kurze Antwort

Gegenüber der Stadt schuldet die Grundsteuer für das ganze Jahr, wer am 1. Januar im Grundbuch stand. Im Innenverhältnis teilen Verkäufer und Käufer sie üblicherweise stichtagsgenau zum Besitzübergang auf.

Diese Aufteilung wirkt nur zwischen den Vertragsparteien; das Finanzamt hält sich weiter an den Steuerschuldner vom Jahresanfang.

Warum das Stichtagsprinzip gilt

Die Grundsteuer wird auf den Beginn des Kalenderjahres festgesetzt: Steuerschuldner ist, wem das Grundstück zu diesem Zeitpunkt zugerechnet war (§ 10 GrStG). Ein Verkauf im Laufe des Jahres ändert daran nichts. Erst zum folgenden 1. Januar wird der Erwerber Steuerschuldner, und die Umschreibung beim Finanzamt läuft über die Mitteilung des Notars, nicht über Ihre Meldung.

Was im Kaufvertrag steht

Üblich ist eine Klausel, nach der die laufenden Lasten ab dem Besitzübergang wirtschaftlich den Käufer treffen. Der Verkäufer zahlt weiter an die Stadt und rechnet den anteiligen Betrag mit dem Käufer ab, oft zusammen mit Wasser, Abwasser und Versicherung. Wer im September übergibt, trägt danach rund acht Monate, der Käufer vier.

Die Hamburger Besonderheit

Hamburg rechnet seit 2025 nach einem eigenen Wohnlagemodell: 0,04 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 0,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, ergänzt um einen Lagefaktor, ohne Bodenrichtwert. Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 975 Prozent. Für Eigentümer heißt das: Die Jahresbeträge sind planbar und hängen nicht am Marktwert.

Was zu tun ist

Legen Sie den aktuellen Grundsteuerbescheid zu den Verkaufsunterlagen. Er beantwortet die Frage des Käufers nach den laufenden Kosten sofort und ist die Grundlage der Abrechnung zum Übergabestichtag. Bei vermieteten Objekten kommt hinzu, dass die Grundsteuer zu den umlagefähigen Betriebskosten gehört und in der Nebenkostenabrechnung erscheint.

Quellen: § 10 GrStG (Steuerschuldner zum Beginn des Kalenderjahres); Hamburgisches Grundsteuergesetz (Wohnlagemodell); Hebesatz Grundsteuer B Hamburg seit 01.01.2025: 975 Prozent. Diese Seite erklärt die Systematik; Rechts- und Steuerfragen im Einzelfall gehören zu Notar, Fachanwalt und Steuerberater.

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Matthias Schwier, selbstständiger Immobilienberater der Deutsche Bank Immobilien GmbH.

Matthias Schwier, Immobilienmakler in Hamburg, KI-generiertes Porträt im hellgrauen Anzug vor hellem Hintergrund.

Matthias Schwier

Selbstständiger Immobilienberater · Deutsche Bank Immobilien GmbH