Eigentümer-Fragen · Hamburg

Lohnt sich ein Teilverkauf der Immobilie?

Stand: 02.09.2026

Die kurze Antwort

Das beantwortet nur eine eigene Rechnung. Sie verkaufen einen Miteigentumsanteil, zahlen dafür ein laufendes Nutzungsentgelt und beim späteren Gesamtverkauf ein Durchführungsentgelt. Die Verbraucherzentralen bewerten das Modell als kompliziert, riskant und häufig teurer als andere Wege.

Ob es sich für Sie lohnt, entscheidet der Vergleich über Ihre erwartete Wohndauer, nicht die Monatsrate.

Wie das Modell funktioniert

Ein Anbieter erwirbt einen Anteil an Ihrer Immobilie, üblicherweise bis zur Hälfte, und zahlt Ihnen den Kaufpreis dafür aus. Sie bleiben wohnen und zahlen für den verkauften Anteil ein monatliches Nutzungsentgelt, wirtschaftlich eine Miete auf das ausgezahlte Kapital. Gesichert wird das über ein Nießbrauchrecht oder eine vergleichbare Eintragung im Grundbuch.

Wo die Kosten entstehen

Erstens beim Nutzungsentgelt: Es wird auf den ausgezahlten Betrag berechnet und liegt nach Beobachtung der Verbraucherzentralen regelmäßig über den Zinsen, die eine klassische Immobilienfinanzierung bei guter Bonität kostet. Zweitens beim späteren Gesamtverkauf: Anbieter erheben ein Durchführungsentgelt auf den Verkaufspreis, das je nach Vertrag bis zu 5,5 Prozent beträgt. Drittens über Wertsicherungsklauseln, die dem Anbieter einen Mindesterlös für seinen Anteil sichern, auch wenn der Markt nachgibt. Und viertens tragen Sie Instandhaltung und Lasten je nach Vertrag weiter allein, obwohl Ihnen nur noch ein Teil gehört. Welche dieser Punkte in Ihrem Angebot stehen, zeigt nur der konkrete Vertrag; die Modelle unterscheiden sich erheblich.

Die Alternativen im Vergleich

Vollverkauf mit Nießbrauch oder Wohnrecht: Sie geben das Eigentum ab, bleiben aber abgesichert wohnen, und der Kapitalwert Ihres Rechts mindert einmalig den Kaufpreis, statt laufend zu kosten. Verkauf mit Rückanmietung: voller Marktpreis, dafür Mieterstellung. Klassisches Darlehen: Wenn es nur um Liquidität geht, lohnt der Zinsvergleich, denn hier zahlen Sie Zinsen statt Nutzungsentgelt und behalten das Eigentum. Und schlicht: Vollverkauf und kleiner kaufen, in Hamburg oft die freieste Lösung.

Was zu tun ist

Rechnen Sie vor jeder Unterschrift die Gesamtkosten über die erwartete Wohndauer, nicht die Monatsrate: Nutzungsentgelt mal Jahre, plus Durchführungsentgelt, plus getragene Instandhaltung, gegen den Verlust am Wertzuwachs des verkauften Anteils. Und lassen Sie den Verkehrswert unabhängig ermitteln, bevor Sie einen Anteilspreis akzeptieren. Wir rechnen diesen Vergleich mit Ihnen durch, ohne dass daraus ein Auftrag folgen muss.

Quellen: Verbraucherzentrale und Verbraucherzentrale Hamburg, Verbraucherinformationen zum Immobilien-Teilverkauf (Bewertung des Modells, Nutzungsentgelt im Vergleich zur Finanzierung, Durchführungsentgelt bis 5,5 Prozent, Wertsicherungsklauseln), abgerufen am 31.08.2026; §§ 1030 ff. BGB (Nießbrauch); §§ 741 ff., 1008 ff. BGB (Miteigentum). Vertragsbedingungen unterscheiden sich je Anbieter; maßgeblich ist das konkrete Angebot. Diese Seite erklärt die Systematik; Rechts- und Steuerfragen im Einzelfall gehören zu Notar, Fachanwalt und Steuerberater.

Ihr Ansprechpartner

Allgemeine Antworten haben eine Grenze:Ihre Immobilie.

Was Ihr Fall konkret bedeutet, klären wir im Gespräch: vertraulich, mit den belegten Zahlen Ihrer Lage und ohne Verpflichtung. Die Marktwertanalyse Ihrer Immobilie erstellen wir kostenfrei.

+49 176 57 174 225 · matthias.schwier@db.com

Matthias Schwier, selbstständiger Immobilienberater der Deutsche Bank Immobilien GmbH.

Matthias Schwier, Immobilienmakler in Hamburg, KI-generiertes Porträt im hellgrauen Anzug vor hellem Hintergrund.

Matthias Schwier

Selbstständiger Immobilienberater · Deutsche Bank Immobilien GmbH