Der energetische Zustand einer Immobilie ist vom Nebenfaktor zum zentralen Preisargument geworden. In den Hamburger Alsterlagen, wo der Bestand überwiegend aus Gründerzeit- und Nachkriegsbauten besteht, zeigt sich das besonders deutlich.
Die Datenlage
Objekte mit Energieeffizienzklasse F oder schlechter werden in den fünf Kernlagen mit einem messbaren Preisabschlag von 8 bis 15 Prozent gegenüber vergleichbaren sanierten Objekten gehandelt. Dieser Spread hat sich seit 2023 verdoppelt.
GEG 2024: Was gilt
Die wichtigsten regulatorischen Anforderungen im Überblick:
- Heizungsaustauschpflicht: Neue Heizungen müssen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen
- Austauschpflicht bei Eigentümerwechsel: Alte Öl- und Gasheizungen müssen innerhalb von 2 Jahren nach Kauf ersetzt werden
- CO₂-Umlage: Vermieter tragen seit 2023 einen Teil der CO₂-Kosten — je schlechter die Effizienz, desto höher der Anteil
- Sanierungsfahrplan: Ab 2030 müssen Bestandsgebäude schrittweise Effizienzstandards erfüllen
Der energetische Zustand ist vom Nebenfaktor zum Preisargument geworden — wer ihn nicht kennt, verhandelt blind.
Wissen Sie, in welcher Energieeffizienzklasse Ihr Objekt heute eingestuft ist?
Für Eigentümer bedeutet das: Der energetische Zustand ist keine optionale Information mehr — er ist ein harter Preisfaktor. Eine Marktwertanalyse, die diesen Faktor nicht berücksichtigt, bildet den tatsächlichen Wert nicht ab.

Matthias Schwier · by.schwier


