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28. Februar 2026·Markt·7 Min.

Energetischer Zustand als Preisfaktor: 8–15% Abschlag messbar

GEG-Anforderungen, Heizungsaustauschpflicht, CO₂-Umlage — wann sich Sanierung rechnet und wann der Markt bereits entschieden hat.

Gründerzeit-Fassade — Energetischer Zustand als Preisfaktor

Der energetische Zustand einer Immobilie ist vom Nebenfaktor zum zentralen Preisargument geworden. In den Hamburger Alsterlagen, wo der Bestand überwiegend aus Gründerzeit- und Nachkriegsbauten besteht, zeigt sich das besonders deutlich.

Die Datenlage

Objekte mit Energieeffizienzklasse F oder schlechter werden in den fünf Kernlagen mit einem messbaren Preisabschlag von 8 bis 15 Prozent gegenüber vergleichbaren sanierten Objekten gehandelt. Dieser Spread hat sich seit 2023 verdoppelt.

GEG 2024: Was gilt

Die wichtigsten regulatorischen Anforderungen im Überblick:

  • Heizungsaustauschpflicht: Neue Heizungen müssen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen
  • Austauschpflicht bei Eigentümerwechsel: Alte Öl- und Gasheizungen müssen innerhalb von 2 Jahren nach Kauf ersetzt werden
  • CO₂-Umlage: Vermieter tragen seit 2023 einen Teil der CO₂-Kosten — je schlechter die Effizienz, desto höher der Anteil
  • Sanierungsfahrplan: Ab 2030 müssen Bestandsgebäude schrittweise Effizienzstandards erfüllen

Der energetische Zustand ist vom Nebenfaktor zum Preisargument geworden — wer ihn nicht kennt, verhandelt blind.

Wissen Sie, in welcher Energieeffizienzklasse Ihr Objekt heute eingestuft ist?

Für Eigentümer bedeutet das: Der energetische Zustand ist keine optionale Information mehr — er ist ein harter Preisfaktor. Eine Marktwertanalyse, die diesen Faktor nicht berücksichtigt, bildet den tatsächlichen Wert nicht ab.

Matthias Schwier
Autor

Matthias Schwier · by.schwier

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